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Ver:Rückte Perspektiven

  • Autorenbild: omarte
    omarte
  • 20. Dez. 2025
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 22. Dez. 2025

Roh und manchmal verstörend sind diese Bilder – und gerade deshalb ehrlich. Die Fotografien von Katharina Stöllner und Wolfgang Iro geben inneren Zuständen eine Form, die sich sprachlich kaum fassen lassen. Sie zeigen Enge, Erschöpfung und Dissoziation ebenso wie Momente von Mut, Klarheit und den vorsichtigen Schritt zurück ins eigene Leben, entstanden im Prozess therapeutischer Arbeit.


Die „verrückten Perspektiven“ entstehen nicht zufällig: Schräge Blickwinkel, unscharfe Konturen, starke Hell-Dunkel-Kontraste oder bewusst gewählte Ausschnitte spiegeln das innere Erleben wider. Sie erlauben Distanz und Nähe zugleich. Das Bild wird zu einem sicheren Ort, an dem sich etwas zeigen darf, ohne sofort erklärt oder bewertet werden zu müssen.


Was diese Arbeiten besonders macht, ist ihre Authentizität. Sie erzählen keine lineare Geschichte, sondern lassen Zustände nebeneinander bestehen. Erschöpfung steht neben Hoffnung, Orientierungslosigkeit neben einem ersten Gefühl von Halt. In dieser Offenheit liegt ihre Kraft: Die Bilder laden dazu ein, hinzusehen – und auszuhalten, dass nicht alles eindeutig ist.


„Ver:Rückte Perspektiven“ zeigt eindrucksvoll, was Kunst im therapeutischen Prozess bewirken kann. Sie kann Räume öffnen, in denen innere Bilder nach außen treten dürfen. Sie kann helfen, Erfahrungen zu ordnen, ohne sie zu vereinfachen. Und sie kann Mut machen, den eigenen Empfindungen zu vertrauen – selbst dann, wenn sie widersprüchlich oder schwer auszuhalten sind.


Diese Fotografien sind keine fertigen Antworten. Sie sind Momentaufnahmen eines Weges. Und vielleicht liegt genau darin ihre größte Wirkung: Sie erinnern daran, dass Veränderung nicht spektakulär sein muss. Manchmal beginnt sie mit einem einzigen Bild – und einer neuen Perspektive.



Von links nach rechts: 3 Fotografien von Wolfgang Iro, anschließend 3 Arbeiten von Katharina Stöllner

 
 
 

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