2026 Kunst als Anker?
- omarte

- 28. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. Jan.
2026 kündigt sich nicht als Neubeginn an, sondern eher als ein kurzes Innehalten mitten im Sturm.
Krisen sind längst kein Ausnahmezustand mehr, sondern tagtägliche Realität, in der wir leben. Kriege, politische Dauerkrisen, wirtschaftliche Unsicherheit, technologische Umbrüche, Glaubens- und Vertrauenskrisen überlagern sich, verstärken sich und führen zu einer wachsenden gesellschaftlichen Erschöpfung. Was früher als Bruch empfunden wurde, ist heute Normalzustand.
Und genau darin liegt das Problem. Die Müdigkeit der Dauerkrise. Was früher Empörung, Mitgefühl oder Tatkraft ausgelöst hätte, erzeugt heute oft nur noch Achselzucken. Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Selbstschutz. Aufmerksamkeit wird knapp, Empathie selektiv, Engagement anstrengend.
Diese Reaktion ist zwar nachvollziehbar, Orientierungslosigkeit, Misstrauen, Zynismus und Zukunftsängste bleiben aber.
Politik wirkt vielerorts handlungsunfähig oder unglaubwürdig. Versprechen werden relativiert, Verantwortung abgeschoben. Vertrauen, einmal verspielt, kehrt nicht automatisch zurück. Schon gar nicht mit leerer Rhetorik.

Entscheidend ist die Kohärenz zwischen dem, was gesagt wird, und dem, was getan wird.
Transparenz gerade dort, wo sie unbequem ist.
Verantwortung, die nicht delegiert oder relativiert wird.
Werte, die nicht je nach Lage ihre Richtung wechseln.
Stabilität entsteht nicht aus Kontrolle, sondern aus Verlässlichkeit. Und Vertrauen wächst dort, wo diese Verlässlichkeit spürbar wird. Tag für Tag, Entscheidung für Entscheidung.
Kunst als Anker
Vielleicht liegt gerade hier eine besondere Rolle der Kunst.
Kunst verspricht nichts – und eröffnet zugleich alles.
Sie stellt Fragen, hält Widersprüche aus und schafft Räume für Reflexion. In Zeiten anhaltender Vertrauenskrisen kann Kunst ein Anker sein: nicht als Antwortmaschine, nicht als Beruhigungsmittel, sondern als Ort der Selbst- und Weltbefragung. Als Raum, in dem Komplexität nicht vereinfacht, sondern ernst genommen wird.
Ein neues Fundament entsteht nicht über Nacht.
Aber es beginnt dort, wo Ehrlichkeit wichtiger wird als Geschwindigkeit. Wo Tiefe mehr zählt als Lautstärke. Wo Haltung schwerer wiegt als Reichweite.
Im Kleinen beginnen
Nicht alles liegt in unserer Kontrolle. Doch wir können Verantwortung übernehmen für das, was uns anvertraut ist: unseren Körper, unsere Gedanken, unsere Beziehungen, unser tägliches Handeln. Wer gut für sich sorgt, durch bewusste Ernährung, ausreichend Ruhe, Bewegung und den achtsamen Umgang mit der eigenen psychischen Gesundheit stärkt seine innere Stabilität. Im Kleinen verlässlich zu sein, mit sich selbst und mit anderen, lässt Vertrauen wachsen.
Alles Liebe und Gute für 2026 ***
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