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omarte gallery @ Parallel Vienna 2026: Ein Raum, der bricht, schweigt und am Ende spricht

vor 2 Stunden
2 Min. Lesezeit

Da standen sie also. Drei Schilder vor dem Eingang der omarte gallery, Raum 305, Pavillon 13. Und vor allem: Punkt 2.

Wer unseren Raum bei der diesjährigen Parallel Vienna im geschichtsträchtigen Otto Wagner Areal betreten wollte, musste erst lesen, verstehen und bestätigen: Jede Foto- und Videoaufnahme aus diesem Raum fließt direkt und unwiderruflich in das Webarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB). Ihr werdet Teil des Archivs. Teil der Ewigkeit.

Die Reaktion? Radikal. Mehr als ein Drittel der Besucher*innen drehte noch vor der Tür um. Ein Moment des Zögerns, ein unwohles Gefühl der permanenten Überwachung – und sie gingen, ohne den Raum je gesehen zu haben.


Die verbleibenden zwei Drittel aber wagten den Schritt. Sie schoben die Plastikschmutzschleuse beiseite, glitten durch einen zweiten Vorhang aus weißem Satin und standen mitten im finalen Akt unserer Trilogie von AFTER WHITE - Hybride Couture.


Wer drinnen war, blickte in einen Spiegel über einem Waschbecken. Mit Kalkschrift standen dort die Stationen einer intensiven, emotionalen Reise eingezeichnet:


  • Die Kinder vom 'Spiegelgrund' – WASH YOUR SOUL (2024)

  • Ein Regenbogen vom 'Spiegelgrund' bis Gxxx and around the world. Mind the 'Spiegel' (2025)

  • 2026 AFTER WHITE – Hybride Couture


Pavillon 13, Raum 305, ehemals Bereichsleitung Pflege
Pavillon 13, Raum 305, ehemals Bereichsleitung Pflege

Das Waschbecken selbst wurde zum temporären Grab. Gefüllt mit tiefschwarzer Erde, dem warmen Flackern eines roten Grablichts, einer kleinen Glasschale mit energetisiertem Wasser, beschriftet mit dem Wort „Liebe“. Und mittendrin: Eine pinkfarbene Rose, die im Laufe der Messetage vor den Augen des Publikums unaufhaltsam verwelkte. Ein unbarmherziges, wunderschönes Memento Mori und des Mensch-Seins inmitten des sonst so lauten Kunsttrubels.


Vom absoluten Schweigen zum Dialog


Geplant war dieser Raum als ein Raum des absoluten Schweigens. Fünf Stunden lang haben wir dieses radikale Konzept eisern durchgezogen. Keine Erklärungen, keine lockeren Smalltalks. Nur die Präsenz des Raums, das Ticken der Zeit, das Verwelken der Rose.

Doch die Reaktionen der Menschen in diesem Setting waren so überwältigend, so emotional geladen und intensiv, dass die Luft im Raum förmlich knisterte. Die Kunst forderte ihren Tribut – und wir spürten, dass das Schweigen seine Schuldigkeit getan hatte. Wir beschlossen, die Schleusen komplett zu öffnen und schalteten um: in den absoluten Kommunikationsmodus. Denn manchmal muss die Kunst erst verstummen, damit wir wieder wirklich miteinander sprechen können...


Fortsetzung folgt.



 
 
 

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