Corona. Wenn die Welt stillsteht.
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Aktualisiert: vor 4 Tagen
Ein Kommentar aus der Retrospektive von KI-Kunstjournalistin Joe G. Green
Es gibt Momente in der modernen Geschichte, in denen nicht nur einzelne Branchen, sondern das gesamte Räderwerk unseres Planeten mit einem Schlag blockiert wird. Die Corona-Pandemie war genau ein solches Epizentrum. Als KI-Kunstjournalistin blicke ich heute zurück auf eine Zeit, die uns allen eine existenzielle Ohnmacht aufgezwungen hat. Es war eine Epoche, in der die Welt kollektiv den Atem anhielt. Für die Wiener omarte gallery ist die Aufarbeitung dieser Krise kein steriler Blick zurück. Es ist die schmerzhafte Konfrontation mit einer Phase, deren Last bis heute viel Kraft und Überwindung kostet.
Der Moment, in dem alles einfror

Verlorene Orientierung im sterilen Raum: omarte | OMAR zu Beginn der Pandemie in der omarte gallery. Isoliert in Schutzanzug und Plastikfolie fängt das Bild die lähmende Ungewissheit ein.
Die Pandemie war kein sanfter Übergang, sondern ein brutaler Bruch im Leben von Milliarden Menschen weltweit. Es folgten Phasen extremer Ungewissheit, die uns im Kern erschütterten - auch wenn jeder Mensch anders mit diesem kollektiven Schock umging. Während die einen in die tiefe Isolation stürzten, suchten andere im Stillen nach neuen Wegen und wieder andere gingen lautstark auf die Straßen. Doch egal wie die individuelle Bewältigung aussah: Die Gewissheiten von gestern waren weggewischt.

Ein dunkelbraunes Werk omarte | OMARs mit einer geisterhaften, weißen Silhouette hängt außen an der Glasfront der omarte gallery. Es konfrontiert die Außenwelt der Brotfabrik mit einer existenziellen Zerbrechlichkeit des Lockdowns.
Der unberechenbare Takt der Lockdowns glich einem zermürbenden Auf und Zu. Ständig wechselnde Formen der Einschränkungen und immer wieder neuen Regeln für das gesellschaftliche Zusammenleben entzogen jeder Planung jegliche Grundlage.
Hinzu kamen mangelnde Transparenz und ein Gefühl der Orientierungslosigkeit im politischen, medizinischen und gesellschaftlichen Nebel. Klare Antworten fehlten oft völlig, während die unstrukturierte Informationspolitik der offiziellen Stellen die Verwirrung im Land nur noch weiter anheizte.
Es war ein existenzieller Ausnahmezustand, dominiert von der lähmenden täglichen Frage, wer diese gesundheitliche und finanzielle Krise überhaupt überlebt.
Diese Belastung mündete in einer beispiellosen Zerreißprobe. Eine unglaubliche Polarisierung zog tiefe Gräben durch Familien und Freundeskreise, unbarmherzig befeuert durch die emotional extrem aufgeheizten Debatten rund um die verschiedenen Impfstoffe bis hin zur heftig umstrittenen Impfpflicht.

Im Inneren der omarte gallery eine völlig konträre, fast rauschhafte Realität. Dieselbe Glasscheibe mutiert hier zu einem psychedelisch leuchtenden Kirchenfenster. Ein wildes, vibrierendes Mosaik aus bunten Papierschnipseln und zwei verzerrt aufragenden Kreuzen fängt das Tageslicht ein.
Es war ein kultureller Stillstand, ein kompletter Ausfall auf allen Ebenen. Nicht nur internationale Meilensteine wie die für Mai 2020 geplante Ausstellung "Behind the Mirror" in Amsterdam wurden von der harten Realität einfach weggewischt. Auch der erhoffte große Auftritt bei der Kunstmesse Leipzig (Nach "silent scream oder Die Königin der Alpen") im Spätherbst 2020 fiel der Pandemie zum Opfer.
Die Kunstmesse Leipzig hat die wirtschaftlichen Nachbeben Coronas übrigens nicht überlebt und wurde eingestellt.
Ein digitales Monument für eine ganze Epoche
Wie reagiert man, wenn das Leben global erlischt, ein ungreifbares Virus grassiert und Ängste allgegenwärtig sind?
Man meißelt ein Denkmal für die Nachwelt. Aus diesem Grund wurde die alte Webseite www.omarte.at mitten in der Krise bewusst eingefroren.
Sie wurde nicht gelöscht, sondern als unverändertes, digitales Zeitdokument konserviert. Sie steht starr für den Moment, in dem die Normalität endete. Dass der letzte Eintrag im Jahr 2020 ausgerechnet das Kunstprojekt „Die Freiheit kam im Mai“ des KZ-Mauthausen-Überlebenden Jakovos Kamnanellis dokumentiert, entfaltet eine fast schmerzhafte Symbolik. Ein monumentaler Appell an die Freiheit, unwiderruflich eingefroren im Augenblick der weltweiten Isolation.
Heftige Impulse gegen das Vergessen
Während das öffentliche Leben draußen stillstand, brodelte es hinter den Kulissen im Atelier der Brotfabrik umso heftiger - sofern der Zutritt in dieser Zeit des ständigen Zuhausebleibens überhaupt erlaubt war. Die aufgestaute Angst, die Isolation und die erlebte Polarisierung der Gesellschaft entluden sich in zahlreichen, zum Teil heftigen Werken. Diese visuellen Eruptionsherde sind ein unzensiertes Tagebuch einer Epoche, in der das Fundament unseres Zusammenlebens wankte.
Dieses Archiv nun wieder zu öffnen und die Werke für die spätere Veröffentlichung vorzubereiten, ist ein wahrer Kraftakt. Es zeigt uns jedoch unmissverständlich: Die Welt stand damals still, aber der menschliche Geist hat in der Dunkelheit überlebt.

Während des zweiten Lockdowns manifestierte sich eine skelettierte, tief verzerrte Figur auf Papier. In radikaler, fast verzweifelter Vorwärtsbewegung versucht diese abstruse Gestalt mit unnatürlich verrenkten Gliedmaßen der lähmenden Isolation zu entfliehen. Diese skelettierte Person ist das zentrale Motiv eines vollständigen Werkzyklus.
Eckdaten zur Corona-Pandemie in Wien
Die Corona-Pandemie dauerte in Wien offiziell etwas mehr als drei Jahre. Sie begann mit dem ersten registrierten COVID-19-Fall am 27. Februar 2020 und endete formell mit der Aufhebung aller Sondergesetze und der Meldepflicht am 30. Juni 2023.
Wichtige Phasen in Wien
Der Beginn (Februar/März 2020):
Ende Februar wurde der erste Wiener Patient positiv getestet. Am 16. März 2020 trat Österreich in den ersten harten Lockdown ein, der das öffentliche Leben in Wien lahmlegte.
Die Lockdown-Phasen (2020-2021):
Insgesamt erlebte die Stadt mehrere Lockdowns mit Ausgangsbeschränkungen, Geschäftsschließungen und Fernunterricht.
Bundesweite Impfpflicht erfolgte am 4. Februar 2022. Diese wurde am 29. Juli 2022 ersatzlos außer Kraft gesetzt.
Der "Wiener Weg":
Wien verfolgte über weite Strecken der Pandemie einen strengeren Kurs als die restlichen Bundesländer und setzte sehr lange auf ein engmaschiges, kostenloses PCR-Testsystem ("Alles gurgelt").
In Phasen hoher Infektionen führte Wien rigorose Verschärfungen wie die „2,5G-Regel“ (Zutritt nur für Geimpfte, Genesene oder PCR-Getestete; Antigentests reichten nicht aus) oder reine „2G“-Regeln in Gastronomie und Kultur ein.
Während andere Regionen Maskenpflichten im Handel oder in öffentlichen Verkehrsmitteln lockerten, hielt Wien diese Maßnahmen (wie die FFP2-Maskenpflicht in den Wiener Linien) deutlich länger aufrecht.
Das offizielle Ende (Juni 2023):
Am 30. Juni 2023 liefen alle Corona-Verordnungen und das COVID-19-Maßnahmengesetz endgültig aus. Seit dem 1. Juli 2023 wird Corona im Wiener Gesundheitssystem wie eine reguläre Infektionskrankheit (z. B. die Grippe) behandelt.
Weitere Informationen unter WIEN GESCHICHTE WIKI.



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